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Interview mit Frank Pané von BONFIRE

BONFIRE gehören seit Jahrzehnten zu den bekanntesten deutschen Hardrock-Bands – und am 29. August 2026 sind sie live beim NordRock Schwaben Festival dabei.

Vorab haben wir mit Gitarrist Frank Pané gesprochen: über BONFIRE heute, die Rückkehr von Alexx Stahl, den typischen Sound der Band und das Leben zwischen Bühne, Tour und neuen musikalischen Ideen.

Während Frank sich zu diesem Zeitpunkt eine wohlverdiente Auszeit gönnt, wird BONFIRE beim NordRock natürlich trotzdem für ordentlich Feuer sorgen – und eine kleine Überraschung ist ebenfalls geplant.

NordRock Inside – im Gespräch mit Frank Pané von BONFIRE.

Hallo Frank, wie schön, dass du so kurz vor unserem Festival noch Zeit gefunden hast, mit uns zu sprechen! Ihr steht bereits am 29. August beim NordRock auf der Bühne. Was dürfen die Leute an diesem Abend von BONFIRE erwarten?

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Es sind auf jeden Fall alle Songs, die die BONFIRE-Fans lieben dabei. Und es wird sogar eine kleine Überraschung geben! Wir haben ja momentan Tina Schüssler am Bass dabei. An eurem Festival wird sie eine bekannte Nummer als Sängerin präsentieren!

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Wow, da sind wir sehr gespannt! Wenn euch jemand am 29. August bei uns zum ersten Mal sieht - was dürfte er nach euerem Auftritt über die Band verstanden haben?

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Dass wir eine echte Rock n Roll-Band sind! Im alten klassischen Stile. Bei uns geht es um Entertainment im Sinne von einer guten Live-Performance. Es geht uns auch darum, dass die Leute den Alltag mal neunzig Minuten lang vergessen können, auch mal die "Sau raus lassen können". Wir wünschen uns, dass die Zuschauer mit positiven Energien nach Hause gehen, um bei einem anderen Konzert wieder zu kommen. 

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Du selbst spielst neben BONFIRE noch bei DIO ALIVE und bei SAINTED SINNERS. Wie schaltest du musikalisch innerhalb kürzester Zeit von einer Welt in die andere um?

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Es ist Teil meines Jobs, dass ich da relativ schnell switchen kann. Dies erfordert aber auch eine gewisse Vorarbeitszeit, in der man sich zuhause gezielt auf die verschiedenen Shows mit diversen Setlists vorbereitet. Da geht es nicht mal ums Üben der Songs an sich, sondern ans Erinnern der zahlreichen Songs (lacht). Wenn man mit drei Bands unterwegs ist, sind das natürlich eine Riesenmenge Songs, da muss man sein Gehirn schon drauf einstellen. Aber wenn man das viele Jahre lang macht, wie das bei mir der Fall ist, hat man das gewissermaßen auch trainiert. Ich war oft derjenige, der im Falle eines Ausfalls eingesprungen ist und über Nacht mal zwanzig Songs einüben musste. Mir persönlich macht es viel Spaß, immer wieder in verschiedenen Situationen zu agieren - das hält frisch (lacht).

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Anfang des Jahres ist Alexx Stahl wieder zu euch zurückgekehrt. Zu diesem Zeitpunkt habt ihr euch angeblich selbst die Frage gestellt: "Was ist BONFIRE - was wollen wir wirklich?" Was ist deine persönliche Antwort darauf? 

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Ganz wichtig bei BONFIRE ist, dass es ein Team ist. Das war schon immer so - die Chemie ist einfach sehr wichtig. Ansonsten kann man das auf der Bühne auch nicht entsprechend rüberbringen. Man sieht es einigen Künstlern und Bands an, die noch so professionell auf der Stage wirken, aber da springt der Funke einfach nicht über. Solche Bands sind oft nur aus Business-Gründen zusammen auf der Bühne. Wenn es bei uns einen Wechsel gegeben hat, war das tatsächlich auch immer das Hauptkriterium - dass es da menschlich nicht gepasst hat.

Ich denke Alexx war insofern die richtige Wahl, dass er ein Teamplayer ist. Das wussten wir ja von seiner ersten Zeit bei BONFIRE schon. Der Grund, warum er damals ausgestiegen ist, war ein einfach ein Ding zwischen Alexx und Hans. Dies hatte keinerlei Bezug auf was Musikalisches oder auf die Chemie in der Band, es war eher politisch begründet. Das kennen wir ja seit Corona. Damals sind viele Freundschaften auseinandergegangen wegen unterschiedlichen politischen Meinungen. Aber grundsätzlich war es tatsächlich so, dass Alexx menschlich der Richtige war und deshalb kam es auch zu der Entscheidung ihn wieder in die Band zu holen. Abgesehen davon war er auch immer sehr beliebt bei den Leuten. Dies soll aber die Leistung von Dyan nicht schmälern, er ist auch ein großartiger Sänger.​

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Musikalisch hattet ihr in den letzten Jahren mit Dyan Mair als Sänger eine härtere Phase. Habt ihr euch ein Stück weit von euch selbst beziehungsweise vom klassischen BONFIRE-Sound entfernt?

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Das mag schon sein, aber man muss es auch so verstehen, dass BONFIRE mit Ausnahme von Hans eigentlich auch eine neue Band sind. Jeder hat seinen Stil und die Art und Weise wie Dyan singt ist eben mehr Power-Metal and AOR. Logisch geht man da auch in eine andere Richtung. Alles andere wäre meiner Meinung nach auch nicht ehrlich. Wenn man krampfhaft versucht wie früher zu klingen, obwohl man eigentlich nicht mehr so wie damals ist. Ich stehe hinter jedem Album, das wir gemacht haben und dass diese teils eine härtere Ausrichtung haben, hat sich einfach ohne dies vorher zu planen ergeben. Musik muss aus dem Bauch heraus kommen, ohne irgendwelchen Trends hinterher zu laufen oder zu sehr darauf zu hören, was andere sagen. Man sollte einfach das machen, was man selbst momentan hören möchte, nur dann kann man es auch mit Überzeugung rüberbringen. Und wer weiß, wo es jetzt langgeht. Dies stellt sich dann erst heraus, wenn es wieder ans Songwriting geht. â€‹â€‹

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Du bist nun schon über zehn Jahren bei BONFIRE. Zu welchem Zeitpunkt hast du dich als Teil der Band gefühlt und nicht mehr wie "Der Neue"? 

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Das ging recht schnell. Tatsächlich schon bei der ersten Tour damals. Eben auch deshalb, weil man gemerkt hat, in dieser Band kommt es auf die Chemie an. Man schreibt die Songs zusammen. Da gibt es nicht nur Einen, der alles vorgibt, sondern jeder bringt sich ein. Auch wenn es zu Problemen kommt, werden sie von allen gemeinsam gelöst. Klar, ist Hans der Chef und trifft letztlich die Entscheidungen, aber es hat sich immer schon nach gutem Bandklima angefühlt und 

man hat gemerkt, dass auf diese Tatsache auch wirklich Wert gelegt wird. Deshalb habe ich mich immer schon sehr wohl gefühlt. Menschlich bin ich mit jedem Mitglied in der Band immer gut klar gekommen. 

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Bei BONFIRE gibt es Gitarrenparts und Soli, die Fans seit Jahrzehnten genau kennen. Wie viel Respekt muss man vor dem Original haben - und am welchem Punkt muss Frank Pané trotzdem Frank Pané sein?

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Bei den Klassikern ist es so, dass Hans diese selbst spielt. Ich spiele da oft nur die zweite Stimme dazu. Aber "Sword And Stone" zum Beispiel hat Hans nicht gespielt. Genau so wie "Hard On Me". Da halte ich mich bei meinem Spiel ziemlich ans Original. In diesen Songs gibt es wirklich fantastische Soli und keinen Grund etwas zu verändern. Ich spiele allerdings ganz anders als die vorherigen Gitarristen in der Band, habe meinen eigenen Stil. Ich bin absolut kein "Copy-Gitarrist". Auch nicht bei DIO ALIVE. Ich versuche immer ich selbst zu sein, wobei ich immer bemüht bin, das Feeling rüberzubringen, was der Original-Gitarrist erzeugt hat. Bei den neueren BONFIRE-Songs habe ich die Songs ja mitgeschrieben, da hatte ich völlige Freiheit. Es gibt mittlerweile auch einige B-Recordings, auch bei denen habe ich versucht, ihnen meinen eigenen Stempel aufzudrücken und gleichzeitig respektvoll gegenüber dem Original zu sein. Wichtig ist aber, dass klar ist: Der Star ist immer der Song

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Ihr dreht gerade den Spielfilm "Rock n Roll Survivor", wodurch ihr euch intensiv mit der Geschichte von BONFIRE beschäftigt.  Hat sich dadurch auch dein eigener Blick auf die Band verändert?

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Weniger auf die Band, sondern mehr auf Hans, weil er da seine Krankheit thematisiert - die bipolare Störung. Was mir besser zu verstehen gab, wie manche Entscheidungen getroffen wurden. Oder warum es so manchen Konflikt gegeben hat. Mit dem Hintergrund dieser Erkrankung sieht man das aus einem anderem Blickwinkel. Ich kann nun verstehen, dass es Hans in so mancher Konfliktsituation nicht leicht hat mit dieser Krankheit in der es einen stetigen Wechsel zwischen manisch und depressiv gibt. Im Prinzip ist dies auch das Hauptthema dieses Films. 

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Wo wir gerade von dem nicht so schönen Thema Erkrankungen reden - ihr habt kürzlich auch erlebt, dass euer Bassist Ronnie Parkes aus gesundheitlichen Gründen eine Pause braucht. Hat euch das innerhalb der Band noch einmal anders darüber nachdenken lassen, was dieses dauernde Touren und das Musikerleben mit einem Menschen macht?

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Klar, aber man muss dazu sagen, dass es für Ronnie besonders hart war, da er immer von New York her kommen musste. Gerade jetzt zum letzten Album hatten wir letztes Jahr zwei sehr intensive Phasen mit 15 Shows am Stück, ohne einen freien Tag dazwischen. Im zweiten Halbjahr dann nochmal das selbe, auch mit entsprechenden Strecken zwischen den Shows. Das hat schon sehr viel Energie gekostet und hat Ronnie aufgrund seines Wohnorts enorm ausgebrannt. Ich kann mir gut vorstellen, dass, wenn ich in der selben Situation wäre, dies bei mir ähnlich wäre. Mir persönlich machen solche Touren sonst eigentlich nichts aus. Dieses Jahr haben wir keine eigentliche Tour am Laufen, mehr vereinzelte Shows, das wäre für ihn auch logistisch nicht machbar gewesen. Deshalb macht er für dieses Jahr einfach eine Pause, ist aber nächstes Jahr wieder mit an Bord. 

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Ronnie wird ja momentan von Tina Schüssler ersetzt. Wir kamt ihr denn auf sie als Ersatz?

 

Tina ist eine langjährige Freundin von Hans und der Band. Gerade was die Krankheit von Hans betrifft, ist sie immer sehr unterstützend. Hinzu kommt, dass sie Bass spielt. So kam Hans auf die Idee sie hinzuzuziehen. Auch hier in diesem Falle, passte die Chemie immer sehr gut.

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Zum Schluss würde ich dir gerne noch zwei kurze Fragen stellen: Welche Platte hat dich dazu gebracht, selbst Gitarrist zu werden?

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Oh, eine Einzige - das ist schwer (lacht)! Meine erste Band, die ich gehört und geliebt habe war QUEEN. Das Album war "A Kind Of Magic". Das hat mich dazu gebracht mich richtig für Musik zu interessieren. Ausschlaggebend betreffend E-Gitarre war VAN HALENs "For Unlawful Carnal Knowledge". Ebenso hat "The Razors Edge" von AC/DC für einen zündenden Moment bei mir gesorgt. 

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Bei welcher Band wirst du heute noch selbst zum Fan, wenn du sie auf der Bühne siehst?

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Da muss ich gut überlegen. Viele klasse Bands wie VAN HALEN, THIN LIZZY etc. gibt es ja leider nicht mehr. Aber letztens hat mich ein Freund in München eingeladen zu einem Konzert von VOIVOD, das hat mich richtig beeindruckt. Tolle Musiker, tolle Band!

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Lezte Frage: Am 29. August am NordRock sollten die Leute vor dem BONFIRE-Gig besser....

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sich schon vorher ein Getränk an der Bar holen, damit sie dann während der Show nicht mehr weg müssen, weil es ihnen so gut gefällt!!

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Ein sehr guter Tip! Vielen Dank für das Interview!

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Interview mit FIREBORN

Bei FIREBORN brennt gerade ordentlich die Luft: Mit ihrem zweiten Album „Dreamcatcher“ hat die Lörracher Band Anfang des Jahres ein neues Kapitel aufgeschlagen und sich damit bis in die offiziellen Rock- und Metalcharts gespielt. Gleichzeitig werden die Bühnen immer größer – 2026 steht unter anderem ihre Premiere beim renommierten Summer Breeze Open Air an. Ein schöner Beweis dafür, dass richtig guter Hardrock nicht von weit her kommen muss – sondern direkt aus unserer Region stammen kann.

Umso mehr freuen wir uns, FIREBORN in diesem Sommer beim NordRock auf der Bühne begrüßen zu dürfen. Vor ihrem Auftritt haben wir mit Jenny, Raphael und Dennis über ihre Wurzeln, ihre Musik und darüber gesprochen, was ein Heimspiel vor regionalem Publikum für sie bedeutet.

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Hallo zusammen! Schön, dass ihr Zeit für ein Treffen gefunden habt! Ich würde mit euch gerne zunächst über euer neues Album "Dreamcatcher" sprechen. Welche Bedeutung hat der Titel für euch?

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Jenny: Hier war uns vor allem die Symbolik wichtig. Ein Dreamcatcher hat einen indigenen Hintergrund und soll Böses wegfiltern und nur Gutes durchlassen. Ich bin sowieso ein Fan von Bräuchen und Ritualen, das passte also gut. Außerdem kann man  "Dreamcatcher" auch als ein Synonym dafür sehen, dass man an seine Träume glauben soll.

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Raphael: Der Name transportiert  auch eine positive Message. Der Titel des Debütalbums "Reflections" war etwas nachdenklicher angelegt. Wie der Name schon sagt, ging es dort eher um das Reflektieren der verschiedensten Themen. Der neue Titel hat nun eher hoffnungsvolle Vibes.

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Von eurem Debütalbum "Reflections" zur aktuellen Platte ist eine deutliche Entwicklung zu hören.  Auf was führt ihr das zurück?

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Jenny: Der Hauptunterschied ist, dass wir zu Beginn recht viele Besetzungswechsel hatten. Da war es nicht einfach eine Linie zu finden, da es zu viele verschiedene Einflüsse gab. Bei "Dreamcatcher" hatten wir dann eine stabile Bandbesetzung. Flo war damals noch dabei und zusammen mit ihm ist die Platte auch entstanden. Wir waren ein eingespieltes Team und hatten eine gemeinsame Richtung. Deshalb klingt das Ergebnis auch für uns stimmiger. Das Album hat einen roten Faden und ist insgesamt auch etwas härter.

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Wie läuft denn bei euch der Song-Writing-Prozess ab?

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Raphael: Das ist tatsächlich unsere Stärke! Wir schreiben die Songs richtig klassisch alle zusammen im Proberaum. Meistens kommt Jenny mit einer Songidee und zum Beispiel Dennis mit einem Riff und so bauen wir den Song dann gemeinsam auf. Jeder bringt da seine eigenen Präferenzen mit ein. Wir hören zwar alle gerne Rockmusik, klar, aber jeder hat seinen eigenen speziellen Stil und diese bringen wir im Proberaum zusammen. 

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Jenny: Genau, wir haben uns auch bewusst dazu entschieden das so zu machen, damit jeder ein Teil vom Ergebnis ist. Bei einem früheren Gitarrist hatten wir es mal, dass er recht viel im Songwriting vorgegeben hat, aber wir haben dann schnell gemerkt, dass das nicht unser Ding ist und wir die Musik lieber zusammen entwickeln möchten. Jeder entscheidet mit und das ist es auch, was uns letztlich ausmacht. Da sind wir stolz drauf. 

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Und wie sieht es bei den Texten aus?

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Jenny: Hier ist es etwas anders. Auf dem neuen Album habe ich alle Texte geschrieben. Als Sängerin erzähle ich meine Geschichte über die Texte und die Jungs erzählen ihre Geschichte quasi über ihr Instrument. Es ist aber so, dass wenn zum Beispiel Raphael mit einer Idee kommt, er genau so einen Text liefern kann. Er hatte auch auf "Reflections" schon zwei Texte beigeteuert. 

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Bei eurem Titel "Likes For A Life" kritisiert ihr Social Media beziehungsweise den Umgang damit. 

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Jenny: Wir schreiben allgemein viel sozialkritische und persönliche Texte. Bei "Likes For A Life" geht es darum, dass man sich heute, sei es als Privatperson oder auch als Band, oft nur noch über Likes definiert. Als Künstler ist das dann schon so extrem, dass zum Beispiel ein Veranstalter sagt; "Ihr habt ja nur so und soviel Likes, die Band XY hat da viel mehr, da nehmen wir lieber die". Oft sind diese Likes oder Follower auch nur gekauft und gar nicht echt, aber das interessiert in erster Linie gar nicht, sondern nur, dass was man eben sieht. Und am Ende spielen diese Bands dann teilweise eine "Mini-Playback-Show". Es sollte aber tatsächlich auf die Qualität der Bands ankommen. Bei uns ist es so: Was du hörst, ist auch echt! Da wird nichts eingespielt. Aber zurück zum Song - da geht es wirklich darum, dass die heutige Gesellschaft viel über Likes bewertet und dass viele bereit sind, alles dafür zu tun. Das ist für mich mittlerweile unfassbar. Wie durchsichtig alles ist und auf was alles einen Filter geklatscht wird. Wenn jemand auf mich zukommt und verwundert sagt: "Du siehst ja wirklich so aus wie auf Instagram!" Nichts ist mehr natürlich und das muss man meiner Meinung nach thematisieren. 

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Sprechen wir mal über eure musikalischen Einflüsse. Wer war und ist da wichtig?

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Jenny: Angefangen zu singen habe ich wegen Melissa Etheridge, sie ist mein absolutes Vorbild. Dann mag ich Halestorm und Alterbridge, aber auch David Bowie und alles, was in diese Richtung geht.

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Dennis: Bei mir fing es mit Rammstein an, dann kamen Metallica. Sie haben mich am meisten beeinflusst. Zu ihren Songs habe ich auch zuhause immer mitgespielt. Später ging es weiter mit Pantera und härteren Sachen. 

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Raphael: Mit Rammstein fing es auch bei mir an, das war diese Phase in den Neunzigern/Zweitausendern. Dann kam die New Metal Ära mit Limp Bizkit, Papa Roach, Korn und so weiter. Später kamen Old School Metal Core-Sachen wie Bullet For My Valentine. Gerade die ersten Alben dieser Band haben mich wohl am meisten geprägt. 

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Jenny: Wir könnten wohl privat gemeinsam an kein Konzert gehen, wo alle glücklich wären (lacht). Im Proberaum klappt es zusammen aber super gut. Da gibt es nie Diskussionen, trotz der verschiedenen Einflüsse, das finde ich total faszinierend. In der Musik ist es einfach wichtig, offen zu bleiben, das vergessen viele. Wir treffen uns einfach irgendwo in der Mitte. Das neue Album ist recht hart geworden, ich würde das als meine Obergrenze in Sachen Härte bezeichnen. Aber eine gute Mischung von dem, was wir sind.

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Und gibt es auch Einflüsse, die man bei euch überhaupt nicht erwarten würde? Etwas, was ihr heimlich hört vielleicht  ;-)

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Jenny: Ich bin bekennender Wolfgang Petry-Fan. Ich würde ihn jetzt nicht als Einfluss für unsere Musik nennen, aber man würde wahrscheinlich nicht von mir erwarten, dass ich Wolfgang Petry höre (lacht). 

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Dennis: Ich bin da auch recht offen, höre auch mal Techno oder guten Old School Rap. Deutsch-Rap ist jetzt nicht meins, aber "Ami-Rap" finde ich ganz cool.

 

Raphael: Auch ich bin sehr offen, ich mag Hip Hop in verschiedenen Varianten, ob deutsch oder amerikanisch. Schlager höre ich auch ab und zu mal - das gebe ich offen und ehrlich zu. Helene Fischer ist wahrscheinlich das Peinlichste (lacht). An einem Andreas Gaballier-Konzert war ich auch schon. Ich finde es einfach wichtig, dass man einem Künstlern seine Anerkennung zeigt für die Leisitung, die er bringt, auch wenn es nicht seinem persönlichen Geschmack entspricht. Es ist allgemein so, dass man seinen Horizont nicht zu sehr einschränken sollte. Ich selbst habe schon so viel tolle Sachen erlebt, die ich, wenn ich mich auf eine bestimmte Musikart eingeschworen hätte, niemals erlebt hätte.

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Jenny: Dasselbe gilt ja auch andersherum: Mein Chef hat mich letztens gefragt, ob er denn, wenn er an unser Konzert kommt, schwarz tragen müsse (lacht). Da gibt es vor allem in unserer Rock-/Metalszene immer noch viele Vorurteile, die dann aber ganz schnell aus dem Weg geräumt werden können, wenn man sich eben mal in "andere Gebiete" wagt. 

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Ihr habt ja mit einem anderem Bandnamen gestartet, früher hießt ihr DISLIKE SILENCE. Wie kam es zu dem Namenswechsel?

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Jenny: Diese Geschichte habe ich schon öfter erzählt, aber sie ist ganz wichtig. Wir haben 2022 am Stimmen Festival in Lörrach vor Silbermond gespielt. Ein Tag später spielten Deep Purple, auf die wir uns eigentlich als Support beworben hatten, allerdings hatten sie ihren eigenen Support dabei. Ich habe aber den Bassisten Roger Glover Backstage kurz treffen dürfen. Er fragte mich wie wir heißen und ich antwortete "Dislike Sielence" worauf er wenig begeistert "Oh, was macht ihr? Emo-Musik?" antwortete. Er meinte der Namen sei nicht gerade toll und wir sollten uns doch mal über etwas Eingängigeres Gedanken machen. Später durfte ich Geen Simmons von Kiss treffen und er hat genau gleich reagiert. Dort fingen wir dann an uns über einen neuen Namen Gedanken zu machen. Wir hatten dabei Hilfe von Schmier (Destruction), der meinte etwas kurzes, knackiges wäre gut. Da zu diesem Zeitpunkt auch gerade Flo und Chris neu eingestiegen waren, passte ein Namen, der einen Neuanfang symbolisiert sehr gut. So kamen wir auf FIREBORN. Nach wie vor stehen wir aber immer noch hinter DISLIKE SILENCE. 

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Raphael: Die Erinnerung an DISLIKE SILENCE bleibt auf jeden Fall bestehen. Wir haben damals auch tolle Sachen erlebt: Das allererste Konzert, die ersten Musikvideo-Drehs und die Leute, die damals mit dabei waren und das gefeiert haben - das bleibt. 

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Seit eurem neuen Album seid ihr recht erfolgreich unterwegs: Rockchart-Einstieg, Berichte in bekannten Szene-Magazinen und ihr spielt demnächst noch auf dem Summerbreeze Festival. Wie erlebt ihr diesen Erfolg?

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Jenny: Wir sind dafür total dankbar. Man arbeitet jahrelang sehr hart. Hinter den Kulissen sieht man gar nicht, was da für ein Aufwand dahinter steht. Wir haben ja alle noch Vollzeitjobs und machen die Musik im Prinzip nebenher. Alleine die Social Media-Arbeit ist eine Menge. Außerdem fahren wir öfter für Aufritte fort und haben dadurch kein Wochenende. Dass diese harte Arbeit nun Früchte trägt und das passiert, was man sich tatsächlich schon jahrelang erträumt hat, ist unglaublich. Letztes Jahr war ich am Summerbreeze noch selbst Gast und habe mir gedacht, ich will unbedingt auch mal hier spielen und plötzlich wird das Wirklichkeit. Das genießen wir nun wirklich in vollen Zügen. 

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Raphael: Wir freuen uns vor allem auch über das Vetrauen unserer professionellen Partnern, die wir nun haben. Lucky Bob ist nun unser Booking Agentur und mit El Puerto Records haben wir auch eine neue Plattenfirma. Beide stehen voll hinter uns, das gibt uns auch nochmal mehr Sicherheit und nimmt uns eine Menge Arbeit ab. Früher mussten wir für gewisse Dinge sehr viel mehr Zeit und Arbeit aufwenden.  Die Zusammenarbeit mit Lucky Bob und El Puerto Records sind zwei echte Meilensteine für unsere Band.

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Dennis: Es macht wirklich viel Spaß mit diesen professionellen Leuten zu arbeiten. Jeder weiß, was er zu tun hat und man kann sich darauf verlassen, dass alles korrekt gemacht wird. Rückblickend war es aber auch gut, all diese Dinge selbst zu machen, da man so genau weiss, was für eine Arbeit dahinter steht und man so auch lernt diese Arbeit wertzuschätzen. 

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Nun spielt ihr ja in wenigen Wochen auf unserem NordRock Open Air - ein richtiges Heimspiel für euch! Seid ihr da besonders aufgeregt?

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Raphael: Bei Auftritten in unserer Gegend geht einem schon mal richtig die Pumpe. Da gibt es so viele Leute, von denen du weißt, dass sie da sind, weil sie dich einfach kennen und deinen Auftritt sehen möchten. Viele kommen da auch nicht mal unbedingt wegen der Musik an sich, sondern einfach, wegen dir persönlich. Da ist man schon besonders unter Beobachtung (lacht).

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Jenny: Man gibt ja immer Gas, aber bei solchen Heimatauftritten vielleicht sogar noch etwas mehr. Die Leute kennen einen eben. Die sehen genau, wenn du heute mal nicht so einen guten Tag hast oder merken es, wenn einer der Musiker nicht so spielt wie sonst.  Da bin ich dann tatsächlich auch aufgeregter als sonst. Ab und zu genieße ich es auch einfach mit dem Auto mal acht Stunden an einen Auftritt zu fahren und alles hinter sich zu lassen. Es hat was für, aber auch was gegen sich. Aber natürlich freuen wir uns auch besonders auf Shows in unserer Gegend.

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Mit welchen von den Bands, die noch am NordRock spielen, würdet ihr gerne mal zusammen antoßen?

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Dennis: Ich bin da ganz frei unterwegs. Oft entstehen im Backstage-Bereich spontan Gespräche mit anderen Künstlern, wo sich hin und wieder sogar Freundschaften entwickeln. 

 

Raphael: Mich interessierten da besonders Thundermother. In den letzten Jahren habe ich ihren Weg etwas mitverfolgt. Da bin ich neugierig, wie die Ladys menschlich mittlerweile drauf sind. Auch bei Bonfire gab es den ein oder anderen Song, den man früher als Teenager auf seinen selbst zusammengestellten CDs mit drauf hatte und die an den einschlägigen Festen gespielt wurden. Jetzt zusammen mit diesen Bands auf einem Festival zu spielen und sogar Backstage zu treffen ist etwas ganz Besonderes.

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Zum Schluss dürft ihr noch folgenden Satz beenden: Unser Auftritt am NordRock wird....?

 

Jenny: Feurig!!

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Da bin ich ganz sicher! Wir freuen uns sehr darauf!

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